Regelschulen stärken – Umgang mit Herausforderndem Verhalten (3)

23/01/2026

Früher handeln statt später reparieren: Luzern stellt die Weichen neu

Die Zahl der Sonderschulungen im Bereich Verhalten sowie sozio-emotionale Entwicklung ist in den letzten Jahren stark gestiegen – auch im Kanton Luzern. Jetzt zieht der Kanton Konsequenzen und schlägt einen neuen Weg ein: Weg vom Prinzip „wait to fail“, hin zu früher, systemischer Unterstützung für alle Schulen.

Der Kern der Idee ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Schulen erhalten zusätzliche pauschale Ressourcen, bevor Probleme eskalieren. Nicht erst dann, wenn Kinder und Jugendliche bereits gescheitert sind, sondern genau dort, wo Prävention am meisten wirkt. Ziel ist es, frühe Signale ernst zu nehmen, professionell zu begleiten und flexible Lernsettings zu ermöglichen – damit die Sonderschulquote stabilisiert und nachhaltige Lösungen im Regelsystem gestärkt werden.

Drei Bausteine für wirksame Veränderung

Die neuen Massnahmen stützen sich auf ein klar strukturiertes Modell mit drei zentralen Bausteinen:

1. Mindset Verhalten – Haltung macht den Unterschied
Im Fokus steht eine gemeinsame pädagogische Haltung im Umgang mit herausforderndem Verhalten. Weg von Defizitdenken, hin zu einem entwicklungsorientierten, lösungsfokussierten Blick auf Kinder und Jugendliche.

2. System Schule stärken – Strukturen, die tragen
Abläufe, Zusammenarbeit und Ressourceneinsatz werden gezielt weiterentwickelt. Schulen sollen als lernende Systeme agieren können – vernetzt, effizient und mit klaren Zuständigkeiten.

3. Handlungsrepertoire erweitern – Tools für den Schulalltag
Lehrpersonen erhalten konkrete Instrumente und Strategien für den Umgang mit herausfordernden Situationen. Praxisnah, flexibel und sofort einsetzbar.

Neue Rolle für die Schulpsychologischen Dienste

Für die Schulpsychologischen Dienste entsteht eine beratende, systemorientierte Rolle – mit dem Ziel, durch weniger Abklärungen wieder mehr Zeit für präventive und interventionelle Grundversorgung zu gewinnen.

Ein Schritt in die Zukunft der Volksschule

Mit diesem Ansatz setzt der Kanton Luzern ein starkes Zeichen: Für eine Schule, die früh hinschaut, gemeinsam handelt und Kinder nicht erst dann auffängt, wenn der Weg bereits zu steil geworden ist. Prävention wird zur gemeinsamen Aufgabe – und zur Investition in eine nachhaltige Bildungszukunft.

Sie finden im Link Informationen des Kantons Luzern für die Schulen.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gerne Brigitte Schumacher, lic. phil. Psychologin, Beauftragte Schulpsychologie, Dienststelle Volksschulbildung, Kanton Luzern.

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